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Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss - Versorgungsforschung zum themenspezifischen Bereich
Termin:
09.02.2021
Fördergeber:
Fördergeber - Sonstige
Ziel dieses Förderangebotes ist es, Projekte im Bereich der Versorgungsforschung zu fördern, die auf einen Erkenntnisgewinn zur Weiterentwicklung der bestehenden Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung ausgerichtet sind und ein hohes Verwertungspotenzial für die Versorgungspraxis erkennen lassen. Die Forschungsprojekte sollen Erkenntnisse liefern, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss in seine Richtlinien zur Gestaltung der Versorgung übernommen werden können, dem Gesetzgeber als Grundlage für strukturelle Veränderungen des gesetzlichen Rahmens oder weiteren Akteuren des Gesundheitswesens zur Weiterentwicklung der Versorgung in der GKV dienen können. Gefördert werden können Projekte, die relevante Versorgungsprobleme aufgreifen und besonders innovative Ansätze verfolgen. In dieser Förderwelle veröffentlicht der Innovationsausschuss drei Förderbekanntmachungen: Die Förderung im Rahmen dieser Förderbekanntmachung ist themenspezifisch.

Es werden Forschungsprojekte gefördert, die auf einen Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der bestehenden Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung ausgerichtet sind. Die Forschungsprojekte müssen sich auf eines der nachfolgenden Themenfelder beziehen. Dabei ist zu beachten, dass übergreifend und für alle Themenfelder besondere Projektstrukturen und -elemente vorgesehen werden können. Hierzu zählen u. a. Elemente der Digitalisierung oder Patient-Empowerment-Strukturen. Es wird eine angemessene Berücksichtigung von geschlechts- und altersgruppenspezifischen Aspekten ebenso erwartet wie die angemessene Einbindung von Fragestellungen zur Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund sowie sozial benachteiligter Gruppen.

Themenfeld 1: Versorgungsforschung zu Erkenntnissen im Umgang mit Pandemien

Die Ausbreitung von SARS-CoV2 hat weltweit Gesundheitssysteme vor große Herausforderungen gestellt. Auch in Deutschland waren insbesondere zu Beginn der Pandemie ein rasches Entscheiden und flexibles Handeln bei einer unklaren und sich rasant ändernden Lage erforderlich. Die ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben in Deutschland zu einer Veränderung von Versorgungsprozessen und -strukturen geführt. Es zeigte sich gleichzeitig auch die Veränderungs- und Innovationsbereitschaft der an der Versorgung beteiligten Akteure. Es wurden zum Teil zügig praktikable Lösungen und Kooperationen gefunden, um auch die Versorgung in nicht infektionsassoziierten Versorgungsbereichen weiterhin sicherzustellen. In diesem Themenfeld sollen daher Forschungsprojekte gefördert werden, die mit den Erkenntnissen aus der Corona-Pandemie oder durch Untersuchung vergleichbarer Situationen erfolgreiche Strategien für den Umgang mit derartigen Ausnahmesituationen identifizieren oder (weiter) entwickeln, die zu einer dauerhaften Verbesserung und Sicherstellung der Versorgung (auch in Krisenzeiten) beitragen. Dabei können auch Kommunikations- und Informationsprozesse in den Blick genommen werden. Auch können versorgungsrelevante Veränderungen in der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen auf ihre Effekte hin untersucht werden. Weitere mögliche Forschungsansätze sind die Analyse des vermehrten Einsatzes von digitalen Anwendungen sowie die Entwicklung von Konzepten zur zukünftigen Vorbereitung auf derartige Pandemiesituationen (z. B. Situationsbezogenes Monitoring von Versorgungskapazitäten). Ziel muss es dabei sein, bei neuerlich auftretenden oder weiterhin bestehenden Pandemiesituationen informiert entscheiden zu können. Nicht Gegenstand des Themenfelds sind hingegen ausschließliche epidemiologische Untersuchungen der Pandemie sowie Projekte zur Therapie einer SARS-CoV2-Infektion.

Themenfeld 2: Patient Journey in der Versorgung

Patientinnen und Patienten und deren Weg durch verschiedenste Versorgungsformen und -einrichtungen sollten einen wichtigen Platz in der Versorgungsforschung einnehmen. Sie können u. a. Aufklärungsdefizite oder die Diskrepanz zwischen Steuerungsversuchen und dem tatsächlichen Handeln der Patientinnen und Patienten aufzeigen. Der Schwerpunkt der zu fördernden Forschungsprojekte soll auf der Beschreibung und insbesondere Ursachenanalyse von längerfristigen Versorgungswegen und -erfahrungen bei chronisch Erkrankten liegen - über alle Behandlungen, Einrichtungen und Settings hinweg. Dabei können Änderungen der Versorgungsregelungen oder -praxis und telemedizinische Einflüsse bedacht werden.

Themenfeld 3: Sektorenübergreifende und ambulante PROMs/PREMs

In diesem Themenfeld werden Projekte gefördert, die innovative Formen des Einbezugs von Patient-reported outcome measures (PROMs) und Patient-reported experience measures (PREMs), d. h. systematisch erhobenen patientenberichteten Ergebnis- und Erfahrungsparametern, in der Versorgung erforschen. Ziel ist insbesondere, Erkenntnisse zu gewinnen, wie die Behandlung stärker an den individuellen Patientenpräferenzen ausgerichtet, die interne Versorgungsqualität verbessert, die Qualitätssicherung methodisch ausgeweitet und der Behandlungsverlauf kontinuierlicher beurteilt werden kann. Wesentlich ist ein Abzielen auf einen konkreten Nutzen bzw. Mehrwert für die Patientenversorgung, beispielsweise durch das Erkennen von Interventions- und Verbesserungsbedarfen im Behandlungsprozess, eine Erhebung patientenrelevanter Parameter über einen längeren Zeitraum oder über Sektorengrenzen hinweg oder einen anderen klinisch relevanten Informationswert für die Leistungserbringerinnen und -erbringer, oder die aktive Beteiligung von Patientinnen und Patienten am Behandlungsprozess (Empowerment).

Themenfeld 4: Altersmedizin

In diesem Themenfeld sollen Projekte der Versorgungsforschung gefördert werden, die die besonderen Herausforderungen der medizinischen Versorgung älterer Menschen in den Blick nehmen. Es sollen die hemmenden und die fördernden Faktoren für eine altersangemessene und leitliniengerechte Versorgung erforscht werden. Die gewonnenen Daten sollen dabei die Grundlage für die Gestaltung einer an den demographischen Wandel angepassten Versorgung der Zukunft sein. Denkbare Projektansätze können dabei die Betrachtung der Multimorbidität, der möglichst langfristigen medizinischen Versorgung in der eigenen Häuslichkeit, aber auch die Bildung von Versorgungsnetzwerken mit einem gestuften Angebot sein. Die Perspektive von Versicherten und Patienten soll in den Forschungsprojekten besonders berücksichtigt werden.

Themenfeld 6: Prävention stärken

Die unterschiedlichen Ansätze zur Prävention von Erkrankungen sind im deutschen Gesundheitssystem an verschiedenen Punkten verankert und werden in unterschiedlichem Maße wahrgenommen und genutzt. Projekte der Versorgungsforschung in diesem Themenbereich können sich auf die Primär-, Sekundär- oder auch Tertiärprävention beziehen. Sie sollen einen Erkenntnisgewinn erwarten lassen, der die Grundlage für eine bessere Nutzung der bestehenden Angebote oder den Ausbau von Präventionsmöglichkeiten sowie die effektive Verknüpfung von Konzepten und Angeboten unterschiedlicher Verantwortlicher und Zuständiger im Feld darstellt. Denkbar sind hierbei Forschungsvorhaben, die die Akzeptanz der Angebote in den Blick nehmen, aber auch solche, die eine digitale Weiterentwicklung bestehender Präventionsangebote erforschen. Vor allem im Bereich der Primärprävention sind auch Forschungsprojekte vorstellbar, die im Rahmen einer Kooperation der Krankenkassen mit weiteren Zuständigen und Verantwortlichen auch über das SGB V hinausgehende Konzepte wissenschaftlich betrachtet.

Themenfeld 7: Hygienemaßnahmen in der ambulanten Versorgung

Ziel dieses Themenfeldes ist es, Erkenntnisgewinn zu verschiedenen Qualitätsaspekten von Hygienemaßnahmen in der ambulanten Versorgung zu generieren, um die Patientensicherheit in der ambulanten Versorgung weiter zu erhöhen, hygienebezogene Outcomes zu verbessern und landesweit sowie langfristig gute Behandlungsqualität zu gewährleisten. Dabei können sowohl Projekte zur Weiterentwicklung der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung als auch Projekte zu konkreten hygienezentrierten Qualitätsmanagement-Maßnahmen gefördert werden. Ebenso können Aspekte einer verbesserten Kommunikation mit und die Herstellung von Transparenz für Patientinnen und Patienten sowie ihren An- und Zugehörigen Fördergegenstand sein.

Themenfeld 8: Nutzung und Vertrauenswürdigkeit von KI-Anwendungen in der Versorgung

In diesem Themenfeld werden Forschungsprojekte gefördert, die das Ziel haben, ethische, rechtliche und soziale Aspekte im Zusammenhang mit der Anwendung künstlicher Intelligenz und Entscheidungsunterstützungssystemen mit Blick auf die Verbesserung der Patientenversorgung interdisziplinär und interprofessionell zu analysieren. Darunter können auch Projekte zur Verantwortlichkeit und ggf. Haftung der Beteiligten und zu möglichen Veränderungen und Auswirkungen des Einsatzes von KI-basierten Systemen im Versorgungsalltag gefördert werden. Dies kann auch Fragestellungen zu möglichen Regulierungserfordernissen beinhalten, beispielsweise zu Prüf- und Sicherungsmechanismen oder zur Qualitätssicherung bei kurzen Innovationszyklen. Gefördert werden können außerdem Projekte, die die Vertrauenswürdigkeit (Zuverlässigkeit, Reproduzierbarkeit, Robustheit, Transparenz, Erklärbarkeit und Qualität von Algorithmen) in einem konkreten Versorgungskontext untersuchen.

Antragsberechtigt sind insbesondere staatliche und nicht-staatliche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat der Innovationsausschuss folgenden Projektträger beauftragt:
DLR Projektträger
- Bereich Gesundheit -
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn
Telefon: 0228 3821-1210
E-Mail: innovationsfonds-versorgungsforschung@dlr.de
Beratungs-Hotline für die Antragstellung: 0228 3821-1020

Ein Web-Seminar zur Förderbekanntmachung findet am 24.11.2020 um 11 Uhr statt.

Weitere Informationen:
https://innovationsfonds.g-ba.de/foerderbekanntmachungen/foerderbekanntmachung-versorgungsforschung-zum-themenspezifischen-bereich.31
https://innovationsfonds.g-ba.de/downloads/media/215/2020-10-12_Foerderbekanntmachung_VSF_themenspezifisch_2021.pdf
https://innovationsfonds.g-ba.de/downloads/media/227/2020-10-12_Ankuendigung_Web-Seminar_VSF_2021.pdf
www.dlr-pt.de