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Hybride Interaktionssysteme zur Aufrechterhaltung der Gesundheit auch in Ausnahmesituationen
Termin:
01.01.2022
Fördergeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Ziel dieser Fördermaßnahme ist, die gesundheitsbezogene Lebensqualität in Ausnahmesituationen, die physischen Kontakt erschweren, durch den Einsatz hybrider Interaktionstechnologien aufrechtzuerhalten. Dazu soll die Gesundheitsversorgung entlastet werden und ein effizienterer Übergang der Gesundheitsversorgung vom Alltag zu Gesundheitseinrichtungen und umgekehrt unterstützt werden.
Im Rahmen der Bekanntmachung wird Gesundheit in ihrer gesamten Bandbreite - in körperlicher, psychischer und in sozialer Hinsicht - und in einen gesamtheitlichen Begriff von Lebensqualität eingebettet verstanden.
Das vorhandene Innovationspotenzial des deutschen Mittelstands soll genutzt und ausgebaut werden. Deshalb soll in den Verbundprojekten von Modul 1 mindestens 25 % der gesamten Zuwendungssumme an Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oder mittelständische Unternehmen gehen. Die hybriden Interaktionssysteme und -ansätze sollen des Weiteren in der Lage sein, die Menge der physischen Kontakte in Ausnahmesituationen zu halbieren und/oder zu messbaren Entlastungseffekten der Gesundheitsversorgung sowie Zeiteinsparungen beim Übergang der Gesundheitsversorgung vom Alltag zu Gesundheitseinrichtungen und umgekehrt führen. Ein wesentliches Anliegen ist zudem der Gewinn neuer Erkenntnisse zur weiteren Erforschung hybrider Interaktionssysteme.

Zweck der Bekanntmachung ist die Förderung innovativer Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu neuartigen -hybriden Interaktionssystemen: Eine Verknüpfung präsenter und virtueller Zusammenarbeit, eine Abwechslung -kontaktloser und physischer Interaktion, der Einsatz multimodaler Interaktionstechnologien, eine Kombination real-weltlicher und digitaler Prozesse. Technologien, die solche Mischformen der Interaktion ermöglichen, sollen einen fließenden Übergang zwischen der Unterstützung des Alltags in bewährter Weise und seiner Aufrechterhaltung in Ausnahmesituationen gewährleisten.

Im Rahmen dieser Bekanntmachung werden in Modul 1 Verbundprojekte gefördert, die Interaktionstechnologien erforschen und entwickeln. In Modul 2 wird ein wissenschaftliches Begleitprojekt gefördert. Skizzeneinreichungen für die Module 1 und 2 erfolgen separat. Die koordinierende Einrichtung des wissenschaftlichen Begleitprojekts ist von einer Förderung in Modul 1 ausgeschlossen.

Modul 1: Verbundprojekte zur Entwicklung hybrider Interaktionssysteme:

Gefördert werden Projekte, die eine technologische und soziale Innovation unter Einbezug von Interaktionstechnologien entwickeln, die in der Lage ist, zwischenmenschliche Interaktion in gesellschaftlichen Ausnahmesituationen zu ergänzen. Im Fokus liegt die Entwicklung von Lösungen, die bei Bedarf eine kontaktreduzierte Gesundheitsversorgung ermöglichen, einen effizienten Übergang der Gesundheitsversorgung vom Alltag zu Gesundheitseinrichtungen und umgekehrt unterstützen, sowie die Gesundheitsversorgung entlasten. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Ermöglichung bzw. Aufrechterhaltung von zwischenmenschlicher Interaktion mit Hilfe hybrider Interaktionsformen, um gesundheitlichen Belastungen zu begegnen und gesundheitsfördernde Maßnahmen zu unterstützen.

Mischformen der Interaktion können sowohl mittels multimodaler Technologien umgesetzt werden, als auch mittels Technologien, die zum Teil auf physische Präsenzinteraktion und zum Teil auf digitale Formen setzen. Dabei können eine oder mehrere Nutzergruppen beteiligt sein. Durch die Hybridität der Interaktion soll Robustheit gegenüber -Störungen und Ausnahmesituationen aufgebaut werden. Zudem wird von den zu entwickelnden Systemen sowohl in als auch außerhalb von Ausnahmesituationen ein Zusatznutzen erwartet.
Gefördert werden solche Projekte, die an konkrete Vorarbeiten, z. B. vorhandene technische Systeme oder Prozesse, anknüpfen und diese im Sinne der Bekanntmachung erweitern. Die reine Virtualisierung von bislang physischen Interaktionen stellt keinen Schwerpunkt dieser Fördermaßnahme dar. Vielmehr steht die Erforschung von Mischformen im Zentrum.

Die in den Projekten entwickelten Innovationen müssen in mindestens einem der nachfolgend genannten Aspekte deutlich über den gegenwärtigen Stand von Forschung und Entwicklung hinausgehen und einen erheblichen Mehrwert für Nutzende aufweisen:

o Kontaktlose Erfassung von Gesundheitsdaten: Durch die kontaktlose Erfassung von Gesundheitsdaten werden hybride Interaktionsformen ermöglicht, die zu einer kontaktreduzierten Gesundheitsversorgung beitragen können.
o Übertragung und Integration von Gesundheitsdaten: Durch eine einfache Übertragung von (selbst) erhobenen Daten zwischen Patienten und Fachpersonal in Praxis und Klinik, erfolgt ein effektiver Transfer von Gesundheitsdaten aus dem Alltag in den medizinischen Kontext.
o Gesten- und sprachbasierte Interaktion in multimodalen Systemen: Bestehende Ansätze in der gestenbasierten Interaktion werden ausgebaut, die sprachbasierte Interaktion weiter erforscht und mit anderen Interaktionsformen zusammengeführt.
o Gesundheitliche und pflegerische Versorgung vor Ort: Hybride Interaktionssysteme erweitern die Möglichkeiten der Versorgung vor Ort, reduzieren Kontakte und entlasten die Gesundheitsversorgung.
o Umgang mit den Folgen sozialer Isolation und psychischer Belastungen: Interaktive hybride Systeme helfen, zwischenmenschliche Interaktion zu ermöglichen, die für die Aufrechterhaltung der Gesundheit förderlich ist.

Modul 2: Wissenschaftliches Begleitprojekt:

Ausnahmesituationen wie Pandemien betreffen die gesamte Gesellschaft. Damit die Projektergebnisse die gesellschaftliche Realsituation und Bedarfe der Nutzenden bestmöglich berücksichtigen, sollen die Forschungsprojekte durch ein Begleitprojekt in ihren Partizipationstätigkeiten unterstützt werden. Dabei soll den Forschungsprojekten ein passender theoretischer Rahmen zu unterschiedlichen Ansätzen der Partizipation und Co-Creation geboten werden und sie in interdisziplinären Austausch- und Werkstattformaten bei der Entwicklung einer projektspezifischen Methodik zur Partizipation und Nutzereinbindung begleitet werden. Mittels passender Instrumente soll das Begleitprojekt die Forschungsprojekte dabei coachen, Partizipationsmethoden und Co-Creation-Formate an die projektspezifischen Bedingungen und Bedarfe anzupassen. Dabei soll die Vernetzung zwischen den Projekten so gestaltet sein, dass die Projekte in der Umsetzung der Formate voneinander lernen. Inhaltliche Schwerpunkte spezifischer Veranstaltungen sollen an den Bedarfen der Forschungsprojekte ausgerichtet werden. Die aus dem begleitenden Prozess resultierende Vielfalt an Partizipationsansätzen soll vom Begleitprojekt analysiert und zum Einsatz interaktiver Technologien zur Stärkung der Lebensqualität in Bezug gesetzt werden. In dieser Hinsicht sollen die Forschungsprojekte darin unterstützt werden, die Beeinflussung der Lebensqualität in und außerhalb von Ausnahmesituationen durch neue Interaktionsformen zu erfassen. Dabei soll das Begleitprojekt Theorien und Methoden zur Anwendung partizipativer Ansätze wie Co-Creation weiterentwickeln, um die Lebensqualität durch den Einsatz interaktiver Technologien zu stärken.

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie -zivilgesellschaftlichen Akteure. Die Antragstellung von Start-ups, KMU und mittelständischen Unternehmen wird ausdrücklich begrüßt.

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF derzeit folgenden Projektträger (PT) beauftragt:
VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Projektträger ,,Interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität"
Steinplatz 1
10623 Berlin
Telefon: 0 30/31 00 78-55 75

Ansprechpartner/innen sind Dr. Samer Schaat, Christian Schulz und Dr. Hannah Read

Weitere Informationen:
https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-3244.html
http://www.technik-zum-menschen-bringen.de