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Förderung von deutsch-chinesischen Verbundvorhaben zu antimikrobiellen Resistenzen
Termin:
01.01.2022
Fördergeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Weltweit sind Infektionskrankheiten auf dem Vormarsch und gefährden die Gesundheit und das Leben von Mensch und Tier. Gleichzeitig verlieren Antibiotika rapide ihre Wirksamkeit, da Bakterien Resistenzen gegen sie entwickeln. Aufgrund der kontinuierlichen Ausbreitung antimikrobieller Resistenzen (AMR) ist die Behandlung einer zunehmenden Zahl bakterieller Infektionen schwierig geworden. Ohne wirksame antimikrobielle Mittel werden nicht nur die Behandlung von Infektionskrankheiten schwieriger, sondern auch medizinische Verfahren wie Operationen, Organtransplantationen oder Chemotherapien riskant. Die Resistenz gegen Antibiotika betrifft nicht nur den Menschen, sondern steht in engem Zusammenhang mit der Tiergesundheit und der Umwelt. Die häufige Übertragung zwischen verschiedenen Lebensräumen beschleunigt die Ausbreitung von AMR und verursacht Herausforderungen, die nur in einem ganzheitlichen, sogenannten One Health-Ansatz gelöst werden können. Daher ist es unerlässlich, den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit ¬zwischen Human- und Veterinärmedizin und anderen Fachgebieten wie Biologie, Chemie, Agrarwissenschaften, Umweltforschung, Lebensmitteltechnologie und Sozialwissenschaften zu intensivieren.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das chinesische Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MoST) wollen deutsche und chinesische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen, intensiv und effektiv in multidisziplinären Forschungsprojekten zu AMR zusammenzuarbeiten. Ziel ist die Zusammenführung von Wissen, Erfahrungen, Forschungsinfrastrukturen und weiteren Ressourcen seitens der deutschen sowie chinesischen Partner, welche einen Mehrwert für die beteiligten Forschungspartner generiert. Durch Austausch von Wissen und durch gemeinsame Entwicklungen soll langfristig die Grundlage für eine dauerhafte Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationspartnerschaft geschaffen werden.

Gegenstand der Förderung sind Verbundvorhaben, bestehend aus einem deutschen und einem chinesischen -Forschungspartner. In begründeten Fällen können auch mehrere deutsche Partner in einem Verbund gefördert ¬werden. In diesem Fall ist ein deutscher Projektkoordinator zu benennen. Die Antragsteller sollen, entsprechend des oben beschriebenen Zuwendungszwecks, eines oder mehrere der nachfolgenden Themen bearbeiten:

Thema 1: Innovative Forschung zu AMR in Umweltreservoiren:
a) biologische und epidemiologische Relevanz (Risikoabschätzung) von Umweltreservoiren (Wasser, Boden, Wildtiere, Pflanzen etc.) für Menschen oder Tiere hinsichtlich der Entstehung, Übertragung und Verbreitung von AMR;
b) Auswirkung von Antibiotika, Antibiotikarückständen und anderen Schadstoffen im Zusammenhang mit Hygienemaßnahmen für die Gesundheit von Mensch und Tier auf AMR;
c) verbesserte oder neuartige Methoden zur Quantifizierung und Charakterisierung von antibiotikaresistenten Bakterien, Genen und mobilen genetischen Elementen, Antibiotika oder Antibiotikarückständen in Umweltproben (z. B. Abwasser, Boden, Luft);
d) innovative Maßnahmen zur Reduzierung von AMR in Umweltreservoiren.

Thema 2: Innovative Forschung an antibiotikaresistenten Bakterien, die Menschen, Nutztiere, Haustiere und/oder Lebensmittel besiedeln:
a) innovative Ansätze zur Prävention oder Verringerung der Besiedlung mit antibiotikaresistenten Bakterien;
b) Entwicklung intelligenter Überwachungs- und Interventionsstrategien zur Verhinderung der Ausbreitung multiresistenter Keime bei Tieren, Lebensmitteln und Menschen und ihrer weiteren Verbreitung in Krankenhäusern (Überwachung von Antibiotikaresistenzen) und die Umsetzung des Antimicrobial Stewardship1;
c) Auswirkungen von bakterioziden/bakteriostatischen Produkten auf die Entstehung von kolonisierenden antibiotika¬resistenten Bakterien;
d) Vergleich und Analyse der Gründe für die Prävalenzrate schwerer bakterieller Infektionen, die Verteilung der Haupterreger und die Resistenz gegen antimikrobielle Mittel in der alternden Bevölkerung Chinas und Deutschlands zur Unterstützung der Formulierung von Interventionspolitiken;
e) Analyse des Zusammenhangs zwischen antimikrobieller Resistenz und dem Einsatz antimikrobieller Mittel im -klinischen Bereich und Vorschläge von Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle multiresistenter Bakterien.

Klinische Forschungsprojekte, die vorhandene Biobanken und/oder gut etablierte Kohorten nutzen, sind förderfähig; die Rekrutierung von Probanden ist nicht Gegenstand der Förderung.

Antragsberechtigt sind Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Einrichtung, die der nichtwirtschaftlichen Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient, in Deutschland verlangt.

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF derzeit folgenden Projektträger beauftragt:
DLR Projektträger
Europäische und internationale Zusammenarbeit
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn

Fachliche Ansprechpartnerin ist Dr. Sabine Puch (Telefon: +49 2 28/38 21-14 23, E-Mail: Sabine.Puch@dlr.de).

Administrative Ansprechpartnerin ist Nicole Schmitz (Telefon: +49 2 28/38 21-15 02, E-Mail: N.Schmitz@dlr.de).

Weitere Informationen:
https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-3175.html
http://www.internationales-buero.de