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Aufbau eines Monitorings der Bioökonomie (Modul IV im Rahmen des Konzepts ,,Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel")
Termin:
01.01.2022
Fördergeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Seit dem Jahr 2010 fördert die Bundesregierung den Aufbau einer nachhaltig ausgerichteten Bioökonomie, die biologische Ressourcen, Prozesse und Systeme erzeugt, erschließt und nutzt, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen. Um beurteilen zu können, ob und in welchen Bereichen sich die Bioökonomie in die angestrebte Richtung entwickelt, ist der Aufbau eines umfassenden Monitorings, das den Transformationsprozess hin zu einer nachhaltigen, biobasierten, an natürlichen Kreisläufen orientierten Wirtschaftsweise beobachtet, misst und bewertbar macht, Teil der Umsetzung der Bioökonomiestrategie.

Mit der aktuellen Förderrichtlinie soll das forschungsbasierte Monitoring der Bioökonomie in Form einer erweiterten Pilotphase fortgesetzt und weiterentwickelt werden. Angesichts des Fortschritts in der Anwendung biologischen Wissens, der Veränderungen in der globalen Nutzung biogener Ressourcen, aber auch der Folgen des Klimawandels und weiterer Einflüsse war das Monitoring von Anfang an als lernendes Monitoring angelegt. Auf der Basis des mit dem Pilotbericht erreichten Zwischenstandes und einer ersten Zwischenbilanz gilt es nun, weitere Aspekte der Bioökonomie zu berücksichtigen, die Datenbasis zu konsolidieren und zu erweitern, weitere Differenzierungen, unter anderem räumlich sowie nach Stoffströmen und Produktgruppen, vorzunehmen und Verknüpfungen zu anderen Monitoringansätzen, etwa im Bereich Biodiversität und Klimawandel, auszubauen.
Zuwendungszweck ist die Förderung eines Konsortiums, das die methodischen Grundlagen für ein umfassendes Monitoring der Bioökonomie auf Basis der bisher geleisteten Arbeiten weiterentwickelt und um zusätzliche Aspekte erweitert.

In der ersten Pilotphase des Monitorings arbeiteten drei komplementäre Stränge parallel. Sie befassten sich mit

a. der Ressourcenbasis und Nachhaltigkeit7, einschließlich eines Reststoffmonitorings (beide im Auftrag des BMEL);
b. der Ermittlung wirtschaftlicher Kennzahlen und Indikatoren (im Auftrag des BMWi); sowie
c. dem systemischen Monitoring und der Modellierung der Bioökonomie (gefördert vom BMBF).

Der im Juni 2020 erschienene gemeinsame Pilotbericht richtet sich an eine interessierte Öffentlichkeit und dokumentiert zentrale Befunde. Darstellungen der methodischen Grundlagen und detaillierte Daten finden sich in den Publikationen, die auf den genannten Internetseiten der jeweiligen Projekte zu finden sind.
Insbesondere wurden die Auswahl und Wichtung der Indikatoren des übergreifenden Monitoring-Modells mit Bezug auf die SDGs durchgeführt und als Prozess dokumentiert. Auch die Herleitung des Indikatorensystems zur Nachhaltigkeitsbewertung wurde publiziert.

Erwartungen an die Weiterentwicklung
Aus der kontinuierlichen Fachdiskussion, den Rückmeldungen im Rahmen der bisher abgehaltenen zwei Statuskonferenzen sowie der ständigen Weiterentwicklung der Bioökonomie ergeben sich die folgenden Erwartungen an die methodische und empirische Weiterentwicklung des Monitorings. Die Liste ist nicht abschließend zu verstehen, und die konzeptionelle Verantwortung für die weitere Ausgestaltung des Monitorings liegt bei dem zu fördernden wissenschaftlichen Konsortium.

o Das Monitoring sollte fortlaufend aussagekräftige und aktuelle Daten zur Entwicklung und zum Stand der relevanten Aspekte der Bioökonomie liefern. Zugleich sollte es Treiber von Veränderungen sichtbar machen, die sich aus Dynamiken in anderen für die Bioökonomie relevanten Bereichen ergeben.
o Das Modell der Fußabdrücke für Landnutzung (Agrar, Forst), Material, Wasser und Klimawirkungen ist methodisch fortzuführen und weiterzuentwickeln, zusätzlich räumlich und produktbezogen zu differenzieren (Disaggregation), um noch exaktere Aussagen und Vergleiche zu ermöglichen, und seine Datenbasis ist zu konsolidieren.
o Gefördert werden auch vergleichende Nachhaltigkeitsanalysen, die die Effekte der Bioökonomie in Relation zu konventionellen (fossilen bzw. mineralischen) oder alternativen Wertschöpfungsketten messen. Dabei kann auch die unterschiedliche Speicherdauer von Kohlenstoff in verschiedenen biobasierten Produkten und ihr Einfluss auf deren jeweilige Klimabilanz berücksichtigt werden.
o Die aggregierten Fußabdrücke sollten um Lebenszyklusanalysen zu relevanten Produkten und Produktgruppen ergänzt werden. Hierzu gehört auch die Weiterentwicklung von Bilanzierungsverfahren, beispielsweise um Nettoeffekte durch die Verdrängung anderer Produkte und Verfahren berücksichtigen zu können. Fußabdrücke und
Lebenszyklusanalysen sollten als komplementäre Ansätze verstanden werden.
o Weitere Aspekte und Effekte der Bioökonomie sollten Berücksichtigung finden, etwa hinsichtlich der Biodiversität. Hierfür sind konzeptionelle Anknüpfungspunkte und Synergien mit bestehenden oder in Entwicklung befindlichen Ansätzen des Biodiversitätsmonitorings zu entwickeln.
o Eine Kopplung der Modellierung der Bioökonomie mit anderen Modellfamilien, insbesondere aus der Klimamodellierung, sollte geprüft werden. Dazu können auch thermodynamische Modelle für ein besseres Verständnis der Energie- und Kohlenstoffspeicherung durch Photosynthese im Kontext einer globalen Klima- und Kohlenstoffmodellierung gehören.

Gefördert wird ein Konsortium aus - öffentlichen und/oder privaten - Forschungseinrichtungen, das die methodischen Grundlagen für ein umfassendes Monitoring der Bioökonomie auf Basis der bisherigen Ergebnisse weiterentwickelt und in regemäßigen Abständen weitere Pilotberichte zum Monitoring der Bioökonomie vorlegt. Gegenstand der Förderung ist wissenschaftliche Forschung während einer zweiten Pilotphase.

Das geförderte Konsortium soll beim Aufbau des Monitorings mit Akteuren kooperieren, die im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bzw. des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit komplementäre Aspekte der Bioökonomie bearbeiten, und die Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt sowie gegebenenfalls weiteren nationalen und europäischen Forschungseinrichtungen suchen.
Antragsberechtigt sind Einrichtungen für Forschung und Wissensverbreitung, wie Hochschulen und außerhochschulische Forschungs- und Wissenschaftsinstitute, Bundes- und Landeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, darunter insbesondere auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF derzeit folgenden Projektträger beauftragt:

Projektträger Jülich
Geschäftsbereich Bioökonomie
Forschungszentrum Jülich GmbH
52425 Jülich
Ansprechpartner sind
Dr. Thomas Schwietring (Telefon: 02461/61-1668, E-Mail: t.schwietring@fz-juelich.de)
Dr. Dieter Konold (Telefon: 02461/61-8852, E-Mail: d.konold@fz-juelich.de)

Weitere Informationen:
https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-3241.html
https://www.ptj.de/projektfoerderung/biooekonomie/monitoring2